Finanzielle Beteiligung der Bürger - "Bürgerwindpark"

Unter einem Bürgerwindpark versteht man die finanzielle, manchmal auch konzeptionelle und organisatorische Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an einem Windpark. Es gibt unterschiedliche Beteiligungsmodelle.

 

Meist ist eine gewissen Summe - i.d.R. 2000 - 5000 € - als Mindesteinlage zu zahlen. In Bärstadt soll den Bürgern ein Einstieg bereits ab 1000€ ermöglicht werden. Eine solche Beteiligung ist an vielen Anlagen in Deutschland und anderswo möglich. Ein Bürgerwindpark ist vor allem eines - eine Form der Geldanlage und spricht weder für noch gegen den Betrieb von Windkraftanlagen in Schlangenbad.

 

Auf die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung wird vor allen Dingen deshalb hingewiesen, um eine möglichst hohe Akzeptanz der Anwohner von Windkraftanlagen zu erreichen. Mit der Hoffnung auf hohe Renditen soll Vorbehalten in der Bevölkerung entgegen gewirkt werden: "Mit Speck fängt man Mäuse!"

 

Die Bürger erwerben beispielsweise einen Anteil am haftenden Kapital einer Betreibergesellschaft (z.B. KG oder GmbH). Entsprechend dieser Einlage besteht dann ein Anspruch auf "Gewinnausschüttung" oder es wird ein feststehender Zins vereinbart. Als "Miteigentümer" muss man selbstverständlich auch einen Teil des unternehmerischen Risikos mittragen. Der investierte Geldbetrag kann also auch komplett verloren gehen. Es gibt nicht zwingend eine Ertragsgarantie bzw. eine Garantie auf Rückzahlung des eingezahlten Geldes. Das Geld liegt eben nicht auf einem unantastbaren festverzinslichen Konto. Es handelt sich damit für Kleininvestoren eher um eine Geldanlage mit hohem Risiko. Aber auch andere Investitionsmodelle sind riskant. Das Risiko spiegelt sich meist schon in hohen Renditeversprechen wieder. Wer bei allgemeinen niedrigen Zinsen mit schönen 6-8% Rendite wirbt, gibt regelmäßig im "Kleingedruckten" bekannt, dass sich das eingezahlte Geld auch "in Luft" auflösen kann. Aber wer will eigentlich einen Totalverlust riskieren?

 

Wie es laufen kann, können Sie hier lesen oder in anderem Zusammenhang auf der Seite der Stiftung Warentest unter dem Thema Geldanlage. 

 

Die Beteiligung der Bürger hat für den Investor hingegen den Vorteil, dass er sich weniger Geld von Banken "leihen" muss und damit weniger Zinsen zahlt und ein geringeres Eigenrisiko trägt.