Es fängt bei der Farbe von Dachziegeln an...

Was schön oder nicht schön ist - darüber lässt sich trefflich streiten! Während sich die einen über den Anblick einer Windkraftanlage ärgern, empfin-
den andere sie als Symbol einer ökologischen Lebensweise.

© Marco Eyring - Ausblick heute von Wambach in Richtung Windkraftstandort
© Marco Eyring - Ausblick heute von Wambach in Richtung Windkraftstandort

Wer die bei Bärstadt geplanten bis zu 9 Anlagen aber für landschaftlich vertretbar oder gar schön hält, hat sich noch nicht bewusst gemacht, wie massiv die Windräder in die fast unberührte Natur um Bärstadt eingreifen würden. Zwar ist es richtig, dass die Landschaftsprägung durch Höchstspannungsleitungen, Kraftwerke, Kühltürme oder Kohlehalden vielleicht noch unschöner sind. Man muss aber berücksichtigen, dass das Landschaftsbild um Bärstadt bislang weitgehend unberührt ist und zum Naturpark Rhein-Taunus und dem Naherholungsgebiet und der Kurregion des Staatsbads Schlangenbad gehört.

Gemeindepolitiker machen Bauwilligen im Rahmen von Bebauungsplänen detaillierte Vorgaben hinsichtlich der Gestaltung von Dachaufbauten, Fassenden und Zäunen bis hin zur Farbgebung der Dachziegel. Sie mögen rot? Keine Chance für ihr Haus, wenn ihre Gemeindevertretung nur anthrazitfarbene Dacheindeckung als passend empfindet.

 

Was im Kleinen schon mal zum Streit unter Nachbarn führt, soll bei Bauten mit 180 Metern Höhe nicht mehr gelten. Sehen Sie sich die Fotomontage unter Naturpark statt Windpark mal an.

Der Windpark Bärstadt ist zunächst mit bis zu 9 Windrädern mit einer Gesamthöhe von jeweils 180 Metern angedacht. Dass die Anlagen kleiner ausfallen, kann kaum angenommen werden, da hierunter die Wirtschaftlichkeit leiden würde. Der Wind weht eben weit über der Erde stärker als nahe zum Boden.

"Repowering"

Eine wirtschaftliche Alternative zum Ausweisen immer neuer Gebiete für Windkraftanlagen ist die Anpassung bestehender alter Anlagen (10 Jahre und mehr) an den technischen Fortschritt. Hat man damals noch Anlagen mit einer Nennleistung von 200-500 kW aufgestellt, sind es heute Anlagen mit 3000 kW und mehr.