Nur mäßige Eignung Schlangenbads als Windenergiestandort

An dieser Stelle finden Sie eine Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Diese Karte bildet die Eignung eines Standorts für die Nutzung der Windkraft in Deutschland nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab. Man kann ihr entnehmen, dass Schlangenbad nur schlecht bis mäßig als Standort für Windenergieanlagen geeignet ist. Allenfalls großen Anlagen neueren Typs können hierzulande dank staatlicher Subventionierung wirtschaftlich betrieben werden. Man kann also auch mit einem mäßigen Energiestandort Geld verdienen, obwohl die Anlagen an anderer Stelle (z.B. auf See) mitunter mehr grünen Strom liefern könnten.

Die Eignung als Windstandort hängt maßgeblich davon ab, wieviel Strom tatsächlich nutzbar gemacht werden kann. Die Nennleistung der Anlagen sagt dagegen nur etwas über die konstruktiv mögliche Leistung aus. Man kann dies vielleicht mit der Höchstgeschwindigkeit eines PkW vergleichen. Bei welcher Windgeschwindigkeit die Nennleistung des Anlagentyps Enercon E101 erreicht wird, ist mir nicht bekannt. Die Nennleistung des zunächst geplanten Anlagentyps Enercon E82 von 2000 kW wird bei Windgeschwindigkeiten von 43,2 km/h (=12 m/s) erreicht. Man spricht bei Windgeschwindigkeiten zwischen 39-49 km/h von "Starkem Wind". Er ist daran zu erkennen, dass sich dicke Äste bewegen und Drahtseile hörbar im Wind pfeifen.

Der Deutsche Wetterdienst weist allerdings für den Untertaunus eine zu erwartende mittlere Windgeschwindigkeit von lediglich 6 bis 7 m/s aus. Weil Windgeschwindigkeit und Leistung der Anlage exponentiell miteinander Verknüpft sind, liefert ein Windrad des zunächst geplanten Anlagentyps Enercon E82 bei 6 m/s nur einen geringen Teil der konstruktiv möglichen Nennleistung von 2000 kW. Es ist zu erwarten, dass dies auch für den Anlagentyp Enercon E101 gelten wird. Eine anschauliche Animation bezogen auf den Typ Enercon E82 finden Sie hier.

 

Sie macht den Zusammenhang von Windgeschwindigkeit und Stromleistung in Verbindung mit der Vergütung nach dem EEG deutlich. Ein Windkraftinvestor geht nach seinen eigenen Angaben im Rahmen der Informationsveranstaltung des Ortsbeirats Bärstadt vom 19.11.2009 von einer "Windhöffigkeit" von 6,4 bis 6,6 m/s aus.

 

Eine Windstärkentabelle mit Umrechnung von m/s in km/h finden Sie hier.

 

Da ein wirtschaftlicher Betrieb der ursprünglich angedachten Anlagen des Typs Enercon E82 in Schlangenbad nicht möglich ist, plant ein Windkraftbetreiber nunmehr andere und effizienteren Anlagen zu errichten. Diese Anlagen sollen nunmehr eine Gesamtgröße von ca. 185 Metern erreichen. Wobei ein Windkraftbetreiber deutlich gemacht habt: je höher die Anlagen, desto besser für den Ertrag.

 

 

Im blau markierten Bereich sollen die fünf Windräder entstehen:

Geplantes Vorranggebiet Windenergie
Geplantes Vorranggebiet Windenergie
Karte zum Download
Vorranggebiet Windenergie Bärstadt.png
Portable Network Grafik Format 2.5 MB